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Marco Schaa berichtet:

"Als ich bei der deutschen Abteilung von Radio HCJB als Working Visitor anfing, waren die HCJB-DRM-Tests nach Deutschland gerade begonnen worden.
Die Tests waren wie ein Wunder: Trotz nur 4000 Watt Sendleistung kam in Deutschland noch ein so gutes Signal an, dass einige Hörer täglich mehr als 99 % korrektes Audio jeden Tag dekodiert werden konnte.

Hörer fragten immer wieder nach Details zu diesen Tests und eine meiner Aufgaben war es, diese Anfragen zu beantworten.
Leider gab es - genau wie heute leider immer noch - zu wenige DRM-Empfänger auf dem Markt."

Und so tauchte irgendwann die Frage auf: Könnte man einen möglichst simplen PC-Empfänger bauen, um die DRM-Testsendungen von HCJB zu empfangen? Möglichst billig einfach DRM hören, wenn ein PC das Dekodieren übernehmen würde?

Im Internet fand sich eine Bauanleitung zu einem PC-DRM-Festfrequenzempfänger für 3995 kHz, also für die Frequenz der deutschen Welle.

Der Schaltplan war einfach, nur ein paar wenige Bauteile waren notwendig um den Direktmischer zusammenzubauen.

Mit so einem Direktmischer kann man - vorrausgesetzt, es gibt einen zur Frequenz passenden Quarz - die Sendefrequenz direkt auf 12 kHz (oder wenigstens nahe dran) herunter mischen, also das, was man zum Einspeisen in der Computer braucht.

Doch die nächste spannende Frage war: Gab es einen passenden Quarz, damit das auch mit der HCJB-DRM-Frequenz funktionierte?

Es gab ihn! Ein Standardquarz mit 9830 kHz, also genau 15 kHz mehr als die von HCJB genutzte 9815 kHz!

Damit konnte der Empfänger gebaut werden und daheim in Deutschland setzte sich Stephan Schaa, mein Bruder, gleich daran, ihn zu bauen und auszuprobieren.

Es funktionierte: Zwar war die Empfindlichkeit nicht zu vergleichen mit anderen Empfängern, aber es funktionierte immerhin - und das für weniger als 3 EUR Materialwert!

Natürlich wollte ich auch in Ecuador so einen Empfänger haben, schließlich sollte der Empfang direkt in Quito hervorragend sein sollte man denken, aber wie schickt man so ein Gerät möglichst unauffällig und billig nach Ecuador?

Stephan fand eine einfache, wie geniale Möglichkeit: Ein Stück Pappe, innen ein Loch hineingeschnitten, das Radio dort hineingebaut und Tesafilm darübergeklebt fand das ganze Radio in einem normalen Umschlag Platz.

Eine Woche später kam es unbeschadet bei mir in Quito an.

 

Warum der Name "Pappradio"?

 

Enstanden ist der Name im Büro des HCJB-Radiodirektors Douglas Weber, der den in Pappe eingebaute drahtige, lose zusammengelötete Einfachstempfänger aus dem Umschlag zog und rief:

"Hey! A paperradio!" Der Name machte schnell die Runde.

In der Hörerpostsendung deutschte Iris Rauscher es dann zum "Pappradio" ein. Der Name blieb, ansonsten ist vom ursprünglichen Pappradio ist nichts geblieben:

Stephan entwickelte die Idee weiter, baute eine PLL ein, mit der die Frequenz des Radios nun einstellbar war.

 

Sein Ehrgeiz war es nun, einen kompletten SDR-Empfänger zu entwickeln, also ein Software-Defined-Radio, welches zu einem unschlagbar kleinen Preis verkauft werden könnte.

Das Pappradio entwickelte sich nun weiter. Immer optimierte er das Design und tauschte Bauteiletypen aus, denn es sollte nicht nur sehr günstig im Preis werden, sondern auch gleichzeitig gute Empfangsergebnisse erzielen.

 

Nach monatelanger Entwicklungsarbeit ist das Pappradio nun endlich fertig und kann bestellt werden.